Adventskonzert

26. November 2016, 19.30 Uhr
27. November 2016, 17.00 Uhr

Stadtkirche Zofingen

Hector Berlioz
Weihnachtsoratorium
Trilogie sacrée op. 25

Simone Hofstetter, Mezzosopran
Daniel C. Bentz, Tenor
Michael Kreis, Bariton
Adriano Oprandi, Bass-Bariton
Lisandro Abadie, Bass
Zofnger Stadtchor
Orchester Zofngen
Leitung Markus J. Frey

Hector Berlioz

11. Dezember 1803 - 8. März 1869

Hector Berlioz

Berlioz studierte zuerst Medizin und auch etwas Rechtswissenschaft. Später wandte er sich der Musik zu. Er studierte in Paris Komposition und wurde von seinen Lehrern als hoffnungsvolles Talent wahrgenommen. Er verstand sich als klassischer Komponist, wurde aber zu einem der wichtigsten Vertreter der französischen Romantik. Er begründete die sinfonische Programmusik und ging bei der Instrumentierung seiner Werke neue Wege. Seine Musik hatte entscheidenden Einfluss auf Franz Liszt, Richard Strauss und viele russische Komponisten.

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Weihnachtsoratorium

«L'Enfance du Christ», Trilogie sacrée op. 25

Rubens: Rast der Heiligen Familie auf der Flucht

Entstehung
1850 besuchte Berlioz eine Abendgesellschaft, an welcher alle dem Kartenspiel frönten. Das konnte er nicht ausstehen, weshalb er sich dem Gästebuch widmete: «Ich nehme ein Stück Papier und ziehe darauf einige Notensysteme, auf denen bald ein Andantino zu vier Stimmen für Orgel zum Vorschein kommt. Ich glaube, dort einen bestimmten ländlichen und naiven mystizistischen Ausdruck zu entdecken, und ich komme sogleich auf die Idee, damit einen entsprechenden Text zu verbinden. Das Orgelstück verschwindet, um zu einem Chor der Hirten in Bethlehem zu werden, der dem Jesuskind beim Aufbruch der Heiligen Familie nach Ägypten sein Lebewohl darbietet.» Daraus wurde der mittlere Teil «Die Flucht nach Ägypten», dem er später den ersten Teil «Der Traum des Herodes» und den dritten Teil «Die Ankunft in Sais» hinzufügte. Am 10. Dezember 1854 fand die Uraufführung in Paris statt. Eine geschickte Dramatisierung, gewichtige instrumentale Teile und wirkungsvolle Chöre machen die «geistliche Trilogie» zu einer Besonderheit der musikalischen Weihnachtsliteratur.

Handlung
1. Teil «Der Traum des Herodes»

In Jerusalem patrouillieren römische Soldaten. Sie diskutieren über die Furcht vor Verrat, die den von Roms Gnaden herrschenden jüdischen König Herodes umtreibt. Im Königspalast plagen Herodes wiederkehrende Angstträume. Er ruft die Wahrsager herbei, die im Traum die Anweisung zur Tötung aller neugeborenen Kinder erblicken. Herodes entschliesst sich, die Anweisung zu befolgen. In einem Stall in Bethlehem umsorgen Maria und Joseph ihr Kind. Engel raten ihnen zur Flucht in die Wüste.

2. Teil «Die Flucht nach Ägypten»
Im Stall von Bethlehem verabschieden sich die Hirten vom Jesuskind. Die Familie macht sich auf den beschwerlichen Weg durch die Wüste, während die Engel Alleluja singen.

3. Teil «Die Ankunft in Sais»
Bei der Ankunft in Ägypten ist Maria völlig entkräftet und kann nicht mehr weiter gehen. Beim ersten und beim zweiten Haus wird die Schutz suchende Familie grob abgewiesen. Im dritten Haus wohnt jedoch eine geächtete Familie, die die Flüchtlinge willkommen heisst. Sie bereitet Essen und Unterkunft vor und erbaut die Gäste mit Musik. Mit Gedanken zur Rückkehr in die Heimat und dem Segen des Chores geht der Tag zu Ende.